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"Die Transformation der Raupe zum Schmetterling fasziniert mich zutiefst. Dieses Wunderwerk der Schöpfung ist für mich der perfekte Ausdruck von mindfulbranding. Es steht für selbstbewusste Potenzial- und Charakterentfaltung von Mittelstand, Startups und Non-Profit-Organisationen. Und für verantwortungsbewusste Entrepreneure und Intrapreneure, welche den Change als Chance verstehen. Echt beflügelnd ..."

Die kleine Raupe Fribo plagt sich mühselig von Grashalm zu Grashalm. Die Schönheit des Lebens nimmt sie nicht wahr. Sie verfolgt nur den einen Sinn, möglichst viel zu fressen. Von Tag zu Tag fühlt sich ihr Leben dabei monotoner und schwerer an.
Ohne sich zu verabschieden, haben viele seiner Raupenfreunde Fribo mittlerweile im Stich gelassen. Es bleibt immer nur eine merkwürdig gefüllte Hülle zurück, die eine Weile am Blatt hängen bleibt und dann ihr Inneres verliert. Mia, Fribo`s beste Raupenfreundin, sprach bei ihrer letzten Begegnung von einer „Zauberhülle“. Fribo konnte aber beim besten Willen nicht verstehen, was sie damit meinte. Seitdem ist Mia auch verschwunden, so dass er nicht mehr danach fragen kann.
Als Fribo am Ende eines anstrengenden Tages wieder einmal müde und etwas traurig in seinen Schlaf fällt, träumt er einen sonderbaren Traum.
Inmitten der eintönigen Alltagsroutine lässt sich wie aus dem Nichts ein ganz prachtvolles Lebewesen neben dem gefräßigen Fribo auf seinem Blatt nieder. Die bunten und brillanten Farben der Besucherin lassen sogleich das Raupenherz höher schlagen. „Wo bleibst Du, Fribo?“, fragt das merkwürdige Wesen und macht dabei eine elegante Bewegung. Die Stimme kommt ihm vertraut vor. „Mia?“ „Ja, ich habe mich auf die Reise ins Wunderland begeben. Genau wie Du hatte auch ich das alte Leben satt. Jetzt ist das Wunderland mein neues Zuhause.“ Und so beginnt sie, Ihre spannende Geschichte zu erzählen. Vom vielen Fressen, vom Loslassen trotz aller Ungewissheit, von ihren furchtsamen Erfahrungen im Verpuppungsland, aber auch vom Wunderland. Vom Gefühl der völlig unerwarteten Freiheit und von der Erfahrung, sich selbst nicht mehr wiederzuerkennen. „Wenn eine Raupe wie Du nur erahnen könnte, welches Leben ihr blühen wird. Sie würde wunderschön und endlich frei sein, Flügel bekommen und mühelos von Blüte zu Blüte fliegen, um sich die köstlichste Nahrung zu beschaffen. Und die Schönheit der Welt würde ihr nicht länger verborgen bleiben.“
„Auch ich möchte in dieses Wunderland reisen.“, sagt Fribo voller Sehnsucht. „Gleich morgen nach dem Aufwachen werde ich mich auf den Weg machen.“ Mit ihren Flügeln herzt Mia ihren Fribo. Sie nimmt kurz Anlauf und schon schwingt sie sich wieder in die Lüfte. Von weitem ruft sie Fribo noch zu „Ich warte auf Dich und ich glaube an Dich!“
Als Fribo am nächsten Morgen erwacht, fasst er einen Entschluss. Er möchte sein Abenteuer ins Verpuppungsland wagen. Denn dahinter muss schließlich das Wunderland sein, von dem Mia voller Begeisterung berichtet hatte. „Alles beginnt mit guter Vorbereitung und der Bereitschaft, auch schmerzhafte Erfahrungen in Kauf zu nehmen.“ Dieser Rat von Mia ist Fribo fest im Gedächtnis geblieben.
Nach drei Tagen hat Fribo so viel gefressen, dass er zu platzen droht. Er spürt, wie im Inneren eine neue, größere Haut zu wachsen beginnt. „Wirklich sonderbar!“ denkt er bei sich und die Luft wird enger und enger. Nach und nach gelingt es ihm, aus seinem beengten Zuhause auszubrechen. Da in den nächsten Tagen der Hunger nicht nachlässt, wiederholt sich dieser schmerzvolle Vorgang zum Leidwesen von Fribo fünfmal. Geplagt von eigenen Zweifeln und den Mahnungen pessimistischer Artgenossen fragt er sich wieder und wieder, ob diese Opfer die Reise wert sind. Doch jedes mal fasst er den Entschluss weiterzumachen. Die Vorstellung vom Wunderland – von Harmonie, Schönheit und Freiheit – bekommt er einfach nicht mehr aus dem Sinn. Und auch seine Mia möchte er doch so gern wiedersehen. Je mehr Hürden er überwindet, desto mehr gewinnt er an Größe und Stärke. Bis er schließlich im Verpuppungsland ankommt und das Zeichen für den letzten Teil seiner Reise ins Wunderland erhält.
Bei seiner letzten Häutung hängt Fribo an einem feinen Seidenfaden unbeweglich mit dem Kopf nach unten an einem Blatt – umfangen von seiner Zauberhülle. „Hier werde ich viel Zeit mit mir selbst verbringen. Mich nur mit mir ganz allein beschäftigen. Ich werde das Alte bewusst hinter mir lassen und mich darauf einstellen, das Neue in Empfang zu nehmen.“ sagt er bestimmt, bevor sich die Hülle für einige Tage vor der Außenwelt verschließt.
Während dieser Zeit vollzieht sich ein wahres Wunder. Eine Vielzahl mysteriöser Vorgänge beginnen im Inneren zu wirken. Die Kraft des Innehaltens und die Abgeschiedenheit von den äußeren Einflüssen setzt das Unmögliche in Bewegung. Das Wissen über seine Potenziale, seine Erfahrungen, aber vor allem auch all die schönen Erinnerungen an seine Mia sind für Fribo die Hoffnungslichter in seiner finsteren und beengten Behausung. Seine Vorfreude aufs Wunderland und die gesetzten Ziele verleihen ihm schließlich die Kraft, um sich von einer unscheinbaren Raupe in einen eindrucksvollen Schmetterling zu verwandeln.
Nach einer Woche ist es endlich soweit. Fribo hat sich mühevoll aus seiner Zauberhülle herausgearbeitet. Er sammelt seine Kräfte, atmet noch einmal tief durch und begibt sich dann voller Neugier auf seine erste Erkundungstour.
Damit entfaltet der kleine Fribo – was er so lange Zeit nie zu träumen gewagt hätte – endlich sein ganzes, wundervolles Potenzial. Befreit und voller Glück lebt er seitdem seine wahre Bestimmung als wunderschöner Schmetterling. Zusammen mit seiner Mia erkundet er noch heute sein Wunderland. Und wenn er beim Vorbeifliegen eine Raupe sieht, macht er kurz halt und erzählt voller Stolz seine Geschichte.