Identität trifft Spiritualität: Reise zum Wesentlichen

„Spiritualität ist Verbundenheit, die zum einen eine vertikale Ausrichtung hat, hinauf zu etwas, das umfassender und stärker ist als wir, in der abrahamitischen Tradition üblicherweise Gott; zum anderen hingegen eine horizontale Ausrichtung, bezogen auf die Natur und die soziale Mitwelt.“ (Anton A. Bucher, Psychologe)
Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass der Mensch ein biopsychosoziales Wesen ist. Der Blick auf die äußeren – strukturellen und organisatorischen – Rahmenbedingungen kann aber nur eine Perspektive sein. Denn er ist zugleich ein spirituelles Wesen. Der Mensch fragt nach seinem Woher, Wozu und Wohin. Das eigene Handeln oder eine Marke gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn die Sinnebene der Spiritualität mit einbezogen wird. Spiritualität bietet den existenziellen Fragen Orientierung und Rahmen – auch um Menschen ganzheitlich in der Einheit von Leib, Seele und Geist und in seiner Sehnsucht nach Transzendenz gerecht zu werden. Erst wenn die spirituelle Wirklichkeit integriert wird, lässt sich die Gesamtheit der menschlichen Identität wahrnehmen und entfalten.
Als Berater und Coach verknüpfe ich Identitätsarbeit – für Individuen, Unternehmen oder Organisationen, die dies wünschen – mit dem Bereich der Spiritualität. Aus persönlicher Überzeugung habe ich mich für die christliche Spiritualität entschieden. Entsprechend basieren meine Leistungen ausschließlich auf diesem Bereich. Fachlich-fundierte Grundlage bietet mir hierbei meine Ausbildung zum Geistlichen Begleiter und Meditationsleiter, die ich bei der Evangelischen Communität Selbitz 2020 absolviert habe.

Mit meiner Spiritualität und meinem Angebot finde ich mich in der Formulierung des Kompetenzzentrums für Christliche Spiritualität der PTH Münstler IUNCTUS wieder.

„Unter christlicher Spiritualität verstehe ich die fortwährende Transformation eines Menschen, der antwortet auf den Ruf des menschgewordenen Gottes. Diese Umformung verwirklicht sich in engagierten und verantworteten Beziehungen zur Welt, zum Mitmenschen und zu sich selbst.“
Ich ergänze das Gebot der doppelten Liebe als überliefertes Zitat von Jesus Christus aus der Bibel:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10, 27)
Auf meinem bisherigen Weg gibt es mehrere Meilensteine, welche meine Sehnsucht und Leidenschaft für diese Form der Spiritualität wesentlich geprägt haben:
  • eine Pilgerreise in Irland auf den Spuren der iroschottischen Mönche
  • spirituelle Begegnungen bei der französischen Communität Taizé und in Israel
  • mehrere Schweigeexerzitien in Klöstern
  • tiefgreifende Gotteserfahrungen inmitten schwerer persönlicher Wüstenzeiten und während eines Burnouts
  • Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit beim CVJM und in verschiedenen christlichen Kirchengemeinden
  • meine Ausbildung zum Geistlichen Begleiter und Meditationsleiter bei der Evangelischen Communität Selbitz
  • Inanspruchnahme persönlicher geistlicher Begleitung

Die frühchristliche Spiritualität der Wüstenväter und -mütter ist geprägt von einer auf persönlicher Erfahrung basierenden Weiterentwicklung.

Die für mich reinste und aufrichtigste Form christlicher Spiritualität wurde von den frühen Christen – den sogenannten „Wüstenvätern und müttern“ – bis hin zur Gründung der ersten Klöster in der frühchristlichen Zeit gelebt. Bevor die Vereinnahmung durch die institutionalisierte Kirche begann. Zum Ende des 3. Jahrhunderts zogen sie sich im Zuge der diokletianischen Christenverfolgung in die Wüsten Ägyptens und Syriens zurück. Im Kontext ihrer Überlieferungen wird christliche Spiritualität für mich in ihrer tiefsten Substanz und Entschiedenheit lebendig.
„Ein Mönch befragte Abbas Sisoes: ‚Was soll ich tun, Vater, denn ich bin gefallen?’ Der Abbas sagte ihm: ‚Steh wieder auf!’ Der Mönch aber klagte weiter: ‚Ich bin aufgestanden, aber dann wieder gefallen.’ Der Abbas ermunterte ihn: ’Dann stehe nochmals auf und wieder auf!’ Der Mönch wollte wissen: ’Wie lange?’ Der Abbas sagte: ‚Bis du stirbst, es sei beim Aufstehen oder im Fallen.’“ (Apophtegmata Patrum 841)
Die Weisungen und Lebensregeln der Wüstenväter und -mütter sind als Ansporn zu verstehen, den es auf dem eigenen Lebensweg ganz praktisch zu überprüfen gilt. Abgeschiedenheit, Bescheidenheit, konsequente Übung, Herzensreinheit und Erbarmen sind wesentliche erst nach innen und dann in der Konsequenz nach außen gerichtete Lebensprinzipen, welche die Wüstenväter und -mütter mit den Menschen auf ihrem Weg teilten. Auch wenn nicht jeder Aspekt heute in derselben Weise umsetzbar ist, kann man doch von ihrer spirituellen Grundhaltung und Weisheit lernen und profitieren.
Eine besonders achtsame Haltung erlebe ich etwa beim kontemplativen Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, welches vom Jesuitengründer Ignatius von Loyola ins Leben gerufen wurde.
Christliche Spiritualität ist für mich Mitte und Quelle gelebter Achtsamkeit. Siehe dazu mein Blogbeitrag „Identität trifft Achtsamkeit: Der Schatz erfüllter Gegenwart“.

Persönliche Spiritualität braucht aus meiner Sicht eine klare Definition und damit einen unmissverständlichen Rahmen – aus mehreren Gründen.

Spiritualität erfreut sich wachsender Popularität. Allerdings ist sie nicht mehr eindeutig verortet. Während sie bis zur Reformation weitgehend im katholischen Kontext zuhause war, hat sich Spiritualität spätestens seit der Aufklärung zu einem vorrangig individuellen, persönlichen Lebenskonzept entwickelt. In einer pluralistischen Gesellschaft mit vielfältigen spirituellen Optionen bedarf es einer Festlegung. Nur auf Basis spezieller Rituale und Praktiken kann Spiritualität eine effektive Bewältigungshilfe werden.
Persönliche Spiritualität sollte nie willkürlich und beliebig sein oder aus niedrigen Beweggründen hervorgehen. Sie sollte sich in ihren Grundzügen nicht ständig verändern. Vielmehr bewährt sie sich durch natürliches Wachstum in dem Maß, wie wir auch in unserer Identität und Persönlichkeit reifen. Eine gesunde Spiritualität bietet Sicherheit und Orientierung durch Kontinuität. Gerade auch dann, wenn die Umstände das Leben ins Wanken bringen. Bei aller Veränderung – meine persönliche Spiritualität ist mein fester Ankerpunkt, an dem ich mich gerade in den Stürmen des Lebens festhalten kann. Sie ist mir im wahrsten Sinne des Wortes „heilig“.
Ein klarer Rahmen bewahrt vor einem missbräuchlichen Einsatz von Spiritualität. Es ist wichtig, mit Spiritualität verantwortungsbewusst umzugehen – uns selbst gegenüber, aber vor allem auch gegenüber den Mitmenschen. Weil gelebt Spiritualität immer eine Öffnung, ein ganzes Einlassen des Menschen verlangt, sind wir auch sehr leicht verwundbar. Manipulationen können aus Sichtweise der Psychologie zu schweren Problemen führen oder Problemstellungen verstärken. Andererseits kann eine selbstbestimmte Spiritualität als Teil unserer Identität eine Problemlösung, eine persönliche Veränderung oder einen inneren Gesundungsprozess unterstützen. Mitunter ist es auch unsere Spiritualität selbst, die sich im Rahmen eines Identitätsprozesses nach einer Transformation sehnt.
Meine Definition von Spiritualität muss nicht der Ihren entsprechen. Mein Rahmen gibt Ihnen Orientierung, ob Sie sich mit Ihrer Sehnsucht, Ihren Bedürfnissen und Ihren Fragen in meiner Form der christlichen Spiritualität wiederfinden. Nur wenn wir spirituell auf einer Wellenlänge sind oder Sie meiner Einladung folgen möchten, werde ich meine Leistungen in diesem Bereich in unsere Zusammenarbeit integrieren. Details klären wir gern in einem vertrauensvollen Gespräch. Wenn Sie spirituell auf einem anderen Weg unterwegs sind, werde ich das selbstverständlich respektieren.
Mit meiner Definition und Eingrenzung distanziere ich mich ausdrücklich von all den Angeboten im „Supermarkt esoterischer und spiritueller Möglichkeiten“ dieser Zeit. Im Gegensatz zu vielen dieser Angebote, die für einen Geldbetrag X ein Ergebnis Y versprechen, benennt christliche Spiritualität das Prinzip der Unverfügbarkeit. Gott steht nicht selbstverständlich zu unserer willkürlichen Verfügung. Vielmehr ist es ein „Wunder“, wenn sich Gottes Geist („spirit“) dem offenbart, der sich ganzheitlich, im Glauben als einer Grundhaltung des Vertrauens und im freien Willen an die Quellen seiner Sehnsucht begibt.
Von kirchlich-institutionellen Angeboten unterscheide ich mich insofern, dass ich meine Leistungen unabhängig und nicht im Auftrag einer Religionsgemeinschaft oder Institution anbiete. Bei aller Wertschätzung für kirchliche Strukturen ist es von vorrangiger Relevanz, dass sich christliche Spiritualität vor allem frei und mündig auf persönlicher Ebene entfalten kann. Kirche kann dafür wertvolle Impulse setzen – genau wie ein spiritueller Coach oder die Natur als unser bester Lehrmeister. Den eigentlichen Raum für gelebte Spiritualität gilt es, in uns selbst zu entdecken und zu gestalten. Von dieser Basis kann Spiritualität dann in glaubwürdiger und kraftvoller Weise auch in die Welt und in unser Umfeld hineinwirken.

Innere Transformation ist im Kern ein spiritueller Weg.

Umfassende gesellschaftliche Veränderungen – sei es die Digitalisierung, der demographische Wandel, die zunehmende soziale Ungleichheit oder der Bereich Migration und Vielfalt – fordern auch jeden einzelnen Menschen zu Transformationsprozessen heraus. Diese betreffen ganzheitlich alle Facetten unseres Menschseins – also Leib, Seele und Geist. Verwandlung erreicht die Tiefe des menschlichen Seins – bis hin zu unseren Motiven, Anlagen und Prägungen. Diese sind mitunter tief in unserem Unterbewusstsein oder „Urgrund“ verborgen, lassen sich aber gerade über eine spirituelle Auseinandersetzung sowie mit Hilfe entsprechender Wegbegleitung und Methoden zurück ins Leben bringen. In diesem Sinne sensibilisiert Spiritualität zum Innehalten, zu einer achtsamen Wahrnehmung und dazu, die Wirklichkeit so anzuerkennen, wie sie ist.
Im griechischen Urtext der Bibel lesen wir in diesem Zusammenhang von „metamorphose“, also von einer Verwandlung wie von der Raupe zum Schmetterling. Weil es christlicher Spiritualität um die Verwirklichung des eigenen Weges inmitten eines Lebenslabyrinths geht, gehört zu ihr die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, ihrem individuell angelegten Charakter und Ihrer gereiften Persönlichkeit. Und es geht maßgeblich um einen inneren Entwicklungsprozess.

Das Labyrinth steht als Symbol für diesen Prozess und die oft verschlungenen Wege des Menschen durch Dunkel und Licht hin zur Mitte, zu Gott als Zentrum des Lebens.

„Im Labyrinth kommt man den Rätseln des eigenen Lebens auf die Spur.“

Gernot Candolini, Labyrinthbauer aus Innsbruck

Man gelangt nicht direkt, sondern nur über Umwege zur Mitte. Selbst wenn man sich nahe dem Mittelpunkt wähnt, führt der Weg im nächsten Augenblick wieder in die Entfernung. Wer kennt diese Erfahrung nicht? Nur das Gehen des ganzen Weges, mit all den Umwegen, führt schließlich zum Ziel. Dabei sind es genau die Umwege, die uns zu dem formen, der wir in Wirklichkeit sind und uns Heil versprechen. Wenn wir das, was als unverständlich oder sinnlos erscheint, als unseren individuellen Weg wahrnehmen und diesen mit aller Konsequenz annehmen, gelangen wir an unseren Zielpunkt.
Manchmal fühlt sich das Leben wie ein Irrgarten an. Die gute Botschaft besteht aber darin, dass wir uns in einem Labyrinth befinden, in welchem uns der Weg im Gegensatz zum Irrgarten immer zur Mitte führen wird. Solange wir nicht für immer stehenbleiben oder gar den Rückzug antreten, wird uns Hoffnung und Vertrauen den Weg weisen.
Dieser Weg zum Ziel führt uns jedoch nicht wie die berühmte Karriereleiter von einer Entwicklungsstufe zur nächsthöheren. Vielmehr geht es darum, dass wir uns immer wieder auf`s Neue auf unseren individuellen Weg einlassen. Im Sinne christlicher Spiritualität geht es darum, „mit Christus das Kreuz auf sich zu nehmen, mit ihm zu sterben, und mit ihm zu neuem Leben aufzuerstehen.“ (Klemens Schaupp)

Zentral für die christliche Spiritualität ist der auf den Menschen bezogene Gott.

„Die tiefste Erfahrung von sich selbst, zu der der Mensch in seiner Natur und in der Gesellschaft vordringt, lautet nicht Freiheit, sondern Ohnmacht. Die tiefste Erfahrung vom Gelingen menschlichen Lebens ist nicht eine Erfahrung von eigener Macht, sondern von Gnade. Die tiefste Erfahrung des Menschen ist nicht der Mensch, sondern Gott.“ (Carl Friedrich von Weizsäcker)
Der Mensch ist als Gottes Gegenüber geschaffen. In der Person von Jesus Christus ruft Gott den Menschen – aller destruktiven Anteile zum Trotz – durch die Ohnmacht hindurch in eine innere Freiheit und in die göttliche Gemeinschaft. Die innere Verwandlung des Menschen in die schöpferisch inspirierte Identität wird durch den Heiligen Geist („spiritus“) in uns bewirkt. Christliche Spiritualität bedeutet also zusammengefasst „Leben aus dem Geist Jesu Christi“. Die Grundlage, aus der sich die persönliche Spiritualität nährt. Dort, wo wir eine Beziehung zu Gott haben, wirkt er durch seinen Geist in unser Leben hinein und lässt uns die Identität entfalten, die seinem guten Ur-Gedanken von uns entspricht. Spiritualität kann demnach als ganz wesentliche Quelle genutzt werden, um unsere eigentliche Identität zu entdecken und ins Leben zu bringen. Genauso, um anstehende Veränderungsprozesse so zu bewältigen, wie es der schöpferischen Kraft in uns entspricht. Gesunde Grundlage ist dabei immer ein positives Gottesbild sowie eine mündige und befreite Gottesbeziehung

Das Geschehen christlicher Spiritualität vollzieht sich auf drei Ebenen.

Das Handeln Gottes ist bezogen auf den Menschen. Darum ist christliche Spiritualität für den Menschen immer ein Erfahrungsgeschehen. Wahrnehmung erfolgt weniger rational, sondern mehr über unsere Sinne. Letztlich sind Erfahrungen für uns unverfügbar. Sie werden dem, der sich an die Quellen der Sehnsucht begibt, hier und da geschenkt.
Christliche Spiritualität ist ein Beziehungsgeschehen. Das liebende Handeln Gottes am Menschen gilt als Voraussetzung und Vorbild für die Selbstannahme und gelingende Beziehungen zu anderen Menschen.
Christliche Spiritualität ist auch ein Prozessgeschehen. Das gesamte menschliche Leben stellt einen Prozess der Veränderung und Entwicklung dar. In diese Dynamik ist natürlicherweise auch die Gottesbeziehung mit eingebunden. Ein Coaching auf dieser Ebene kann demnach auch eine vertrauensvolle Wegbegleitung über längere Zeit sein.

Mögliche Anlässe und Einsatzfelder von christlicher Spiritualität im Rahmen der Beratung oder des Coachings sind so vielfältig wie wir Menschen es sind. Hier möchte ich ein paar Beispiele nennen.

Die Auseinandersetzung mit Sinn und Vision ist zutiefst spirituell. Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin geht meine Reise? Dies sind die drei zentralen Grundfragen menschlicher Existenz. In einem Coaching kann die persönliche Suche nach Sinn und Vision sowie das Eingebundensein in einen größeren, transzendenten Zusammenhang thematisiert werden.
Die Klärung persönlicher Werte dient als wesentliche Orientierungshilfe für Entscheidungen und Veränderungsprozesse. Hierbei unterstützen spirituelle Wurzeln und Methoden dabei, Tugenden wie Liebe, Toleranz, Achtsamkeit oder Verantwortung ganz praktisch im Lebensalltag zu integrieren.
Spiritualität ist Inspiration, wörtlich eine „Einhauchung“. Wie oft gelangen wir mit bewährten Methoden oder rationalem Vermögen nicht zum Ziel, wenn es darum geht, eine wichtige Entscheidung zu treffen oder einen Veränderungsprozess anzustoßen. Unter Einbezug des Geistes verlassen wir die Ebene des „Machens“. Aus einer Haltung der Ruhe und Gelassenheit resultiert inspiriertes und kluges Handeln. Um zu fundierten und zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen, öffnet Spiritualität den Raum persönlicher Reflexion. Zudem wird über die Reduktion äußerer Reize und Fokussierung Entspannung hergestellt.
In Krisen- oder Konfliktsituationen sind das Aushaltenkönnen und der Umgang mit Spannungen grundlegende Aspekte spiritueller Kompetenz, die gestärkt werden können. Wir sind geneigt, einen Veränderungsprozess dann einzustellen, wenn er schmerzhaft wird. Dabei wird „krisis“ (griech.) eigentlich als Wendepunkt definiert, an dem etwas Neues aufbricht. Spiritualität bietet wertvolle Ressourcen, um eine persönliche oder unternehmerische Krise zu bewältigen. Um ohne Aktionismus, dafür aber mit einer guten Portion Gelassenheit den Change als Chance zu nutzen.
Eine ganz wesentliche Ressource frühchristlicher Spiritualität ist die Entwicklung einer inneren Freiheit. Gerade dann, wenn wir innerlich blockiert sind und auf dieser Basis keine klugen Entscheidungen mehr treffen können. Innere Freiheit ist von Güte, Freude, Gelassenheit, Friede, Versöhnung, Vertrauen und Weite geprägt ist. Diese kostbaren inneren Schätze lassen sich unabhängig von den äußeren Rahmenbedingungen entwickeln. Und sie bieten das Potenzial, auch in schwierigen Situationen weise und handlungsfähig zu bleiben.
Frühchristliche Spiritualität fördert Resilienz. Die fortschreitende Digitalisierung und Technisierung dieser Tage – wie sie sich momentan auch während der Krise höchst dynamisch vollzieht – birgt die Gefahr, schrittweise den Kern unseres Menschseins zu vernachlässigen. Um widerstandsfähig zu bleiben, wird mit zunehmender Komplexität eine kritische Auseinandersetzung mit Aspekten wie Verfügbarkeit, Entschleunigung oder Autonomie überlebensnotwendig. Spiritualität kann dabei helfen, gesunde Grenzen zu benennen und eine klar orientierte Haltung einzunehmen. In einer leistungs- und profitorientierten Ökonomie gelingt es ihr, die Würde unseres Menschseins in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Krise der Lebensmitte („Midlife-Crises“) bringt uns mit der Endlichkeit des Lebens in Berührung. Der Schweizer Psychiater C. G. Jung spricht vom Wendepunkt, an dem sich die Entfaltung des Ich zur Ausreifung des Selbst wandeln muss. Anstatt die Flucht zu ergreifen oder zurückzubleiben führt der Weg über Selbsterkenntnis uns Gelassenheit zu echtem Menschsein und einer erfüllten zweiten Lebenshälfte. Dies gelingt laut Jung nur mit Aktivierung spiritueller Ressourcen – indem das Göttliche in uns angenommen wird.
Frühchristliche Spiritualität verfügt über Ressourcen, die für den ganzheitlichen Menschen in seiner Einheit als Leib, Seele und Geist heilsam sind. In der Beziehung zu sich selbst kann die Selbstakzeptanz des Menschen als geliebtes Gegenüber von Gott und damit körperliches und seelisches Wohlbefinden gestärkt werden. Genauso kann ein Coaching dazu beitragen, negative Prägungen und Erfahrungen in Bezug auf Gottesbild und -beziehung zu beleuchten und durch konstruktive Elemente zu ersetzen. Liegen die Ursachen allerdings zu tief, empfiehlt sich die Kombination einer Psychotherapie.

Im Bereich frühchristlicher Spiritualität verfüge ich über einen reichhaltig gefüllten Methodenkasten. Sicher finden wir die Bausteine, die Ihnen entsprechen. Einige Möglichkeiten möchte ich hier nennen.

  • Biografische Arbeit unter Einbeziehung der persönlichen Spiritualität, u.a. auch im Rahmen der Lebensmitte („Midlife-Crisis“)
  • Visions- und Wertearbeit unter Einbeziehung der persönlichen Spiritualität (Woher?, Wozu?, Wohin?)
  • Treffen weiser Entscheidungen unter Einbeziehung der persönlichen Spiritualität
  • Etablierung spiritueller Rituale im Alltag inkl. Gestaltung regelmäßiger persönlicher Auszeiten
  • Meditations-, Körperwahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen für den Alltag
  • Coaching und Übungen in der Natur, z.B. Pilgern, Sinneswahrnehmung, Identitätswalk im Werdenfelser Land
  • Textmeditation und -reflexion
  • Integration kreativer Potenziale, z.B. Musik, Kunst, Bewegung
  • Spiritueller Dreiklang Atem, Gebet und Stille (kontemplative Meditation, z.B. „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ nach der Tradition Igantius von Loyola)
  • Durchführung von Alltagsexerzitien, z.B. meditative Auszeiten in Gruppenseminaren im Kloster, Gruppenabende
Um das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen und vom Erfahrungsaustausch zu profitieren, ist es hilfreich, Wegbegleitung durch einen Coach oder im Rahmen einer Gruppe bzw. eines Seminars in Anspruch zu nehmen. Gern stehe ich Ihnen als empathischer Wegbegleiter zur Verfügung. Kommen Sie auf mich zu oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Fotos: Peter H, msandersmusic, Benjamin Balazs, mika mamy, GLady, Capri23auto, majomka, Emphyrio (Pixabay.com), Daniel Börnert